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Lebensmittelzusatzstoffe & Chemikalien im Alltag

Aktualisiert: 27.01.2020

Geruch, Mundgefühl, Geschmack, Konsistenz – alles ist technisch machbar und dank Lebensmitteldesignern auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten. Einerseits sind Lebensmittelzusatzstoffe eine technische Errungenschaft, andererseits stellt deren Verwendung auch einen Eingriff in unsere Biochemie dar. Neben möglichen Allergien können Lebensmittelzusatzstoffe und andere Alltagschemikalien, insbesondere Konservierungsstoffe, die Darmflora schwächen, Durchfall auslösen oder führen zu Verstopfungen. Ein bewusster Umgang kann uns vor einer Überbelastung schützen ohne dabei auf die Vorteile neuer Errungenschaften zu verzichten. Der Konsum welcher Substanzen ist umstritten oder nicht mehr zeitgemäss?

 

Deklarationen und Gruppen von Lebensmittelzusatzstoffen

Die Deklaration auf den Produkten erfolgt mittels E-Nummer, Name oder Gattungsbezeichnung. Weitere Gruppen von Lebensmittelzusatzstoffen werden oft nur als Sammelbegriffe deklariert, also ohne eine E-Nummer. Zu den Lebensmittelzusatzstoffen gehören beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren, Säuerungsmittel, Enzyme, Füllstoffe, Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Süssstoffe, Konservierungsmittel, Entschäumungsmittel, Teigführungsmittel, Trennstoffe sowie Gelier- und Verdickungsmittel.

 

Was versteht man unter dem Begriff «Aroma»

Der Begriff Aroma wird als Sammelbezeichnung verwendet und die enthaltenen Stoffe müssen nicht einzeln aufgeführt werden. Unter Aroma fallen Stoffe, die in der Natur vorkommen, jedoch synthetisch im Labor nachgebaut wurden. Das Vanillin, welches sich hinter den Aromastoffen verbergen darf, ist zwar chemisch betrachtet gleich mit dem natürlichen Vanillin aus der Vanilleschote (Hauptaromastoff der Gewürzvanille), wurde jedoch synthetisiert. Heute wird dieses künstliche Vanillin häufig aus Abwässern der Papierindustrie hergestellt, da dieses Verfahren kostengünstig ist. Dabei wird aus Sulfitablaugen das im Holz enthaltene Lignin in mehreren Stufen umgewandelt. Sobald die Lösungsmittel Butanol und Toluol abgetrennt sind, bleibt schliesslich Vanillin zurück.

 

Zulassung von Zusatzstoffen

Ähnlich wie bei Medikamenten durchläuft ein Zusatzstoff ein langes Zulassungsverfahren. Erst wenn dieser als unbedenklich eingestuft wird, darf er in Lebensmitteln verwendet werden. Dennoch haben wir es meistens mit ein Fremdstoff zu tun, der ungebunden in der Natur nicht vorkommt. Vielleicht braucht es einige Dekaden mehr, damit sich entweder der Körper an den Stoff gewöhnt oder seine Langzeitfolgen als schädlich zu betrachten sind. Weiter ist es fast unmöglich, sämtliche Wechselwirkungen mit Fremdstoffen, Schwermetallen, Giftstoffen und deren gegenseitiges Potential zu testen. Auch wenn dazu Abertausende Tiere ihr Leben in Tierversuchen gelassen haben, am Ende bleibt der Mensch das grösste Versuchsobjekt.

 

Geschmacksverstärker

Bei Geschmacksverstärkern aus der Glutaminsäure (Hefeextrakt, Mono-Natriumglutamat, E620 – E625) wird das Proteohormon Leptin gestört, welches die Überproduktion von appetitanregenden Hormonen verhindern soll.

Das Sättigungsgefühl wird durcheinandergebracht und es wird mehr gegessen. Der häufig verwendete Geschmacksverstärker Glutamat findet seine Anwendung in Fertiggerichten, Chips, Gewürzmischungen und Saucen. Glutamat ist ein erregender Neurotransmitter im zentralen Nervensystem und wirkt aktiv im Gehirn. Das sogenannte «Chinarestaurant-Syndrom» ist eine Unverträglichkeit von Glutamat. Es verursacht Kribbeln oder Taubheitsgefühl in der Mundhöhle und Mundtrockenheit, Juckreiz im Hals, führt zu geröteten Hautpartien mit Hitzeempfindung, Herzklopfen, (Schläfen)-Kopfschmerzen, Gesichtsmuskelstarre, Nackensteifheit, Gliederschmerzen und Übelkeit. Glutamat in höheren Dosierungen wird von einigen Wissenschaftlern als Risikofaktor für Morbus Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose angesehen, da es toxisch auf das Zentrale Nervensystem wirkt. Ob dies wirklich der Fall ist, konnte nicht abschliessend geklärt werden.

Bitte verwechseln Sie Glutamat nicht mit Glutamin. Glutamin ist eine nicht essentielle Aminosäure und unbedenklich in der Einnahme.

 

Antibiotika als Konservierungsstoff im Käse

Antibiotika findet sich nicht nur bei Nutztieren sondern auch direkt auf Lebensmitteln. Der Konservierungsstoff Natamycin (E235) findet seine Anwendung hauptsächlich in der Käse- und Wurstherstellung und ist dem Antibiotika Penicillin ähnlich. Der Wirkstoff findet auch seine Anwendung in der Humanmedizin. Auf dem Käse bzw. der Käserinde dient er als Pilz- und Bakterienschutz und wirkt dämpfend auf den Gär- und Reifeprozess. Innerhalb der EU gelten strenge Grenzwerte für die Lebensmittelbehandlung. Eine überdosierte Verwendung kann Erbrechen, Bauschmerzen, Darmprobleme, Durchfall, Krämpfe und starke Übelkeit auslösen.

Durch die Anwendung in der Lebensmittelindustrie ist eine Bildung von resistenten Mikroorganismen grundsätzlich zu befürchten. Befindet sich der Konservierungsstoff noch auf der Oberfläche des Käses, muss dieser nicht bei den Inhaltsstoffen deklariert werden, da er technologisch nicht mehr wirksam ist. Dies gilt zum Beispiel für aufgeschnittenen Käse oder Käsesalate. Bei Raclette-Käse sollte man entweder die Rinde abschneiden oder beim Einkauf darauf achten, welches Produkt gekauft wird. Als unbedenklich gilt z.B. Original „Schweizer Raclette Grand Cru». Weiter darf in Bio-Käse der Konservierungsstoff Natamycin nicht eingesetzt werden.

 

Nitrat und Nitrit im Trockenfleisch und Fleischerzeugnissen

Die Kennzeichnung auf den Nahrungsmitteln erfolgt mit folgenden E-Nummern:

E249 (Kaliumnitrit) / E250 (Natriumnitrit) / E251 (Natriumnitrat) / E252 (Kaliumnitrat)

Nitrite und Nitrate werden dem Salz zum Pökeln von Fleischwaren wie Wurst, Fleischaufschnitt, Trockenfleisch und in fast allen vorgesalzenen Fleischwaren beigemischt. Diese Zusatzstoffe haben eine keimhemmende Wirkung. Das Pökeln ist ein Konservierungsverfahren und wurde schon bei den Babyloniern, Sumerern und Römern durch Räuchern und Salzen angewendet. Nitrit bewirkt zudem, dass Fleisch bei Erhitzung nicht braun wird, sondern rot bleibt. Mit dem heutigen Wissensstand und den hygienischen Produktions- und Verpackungsmöglichkeiten wäre die Verwendung von Nitraten zum Pökeln nicht mehr nötig.

Das Nitrat wäre an sich unbedenklich. Der darin enthaltene Stickstoff hat im Körper wichtige Funktionen bei der Durchblutung und Energiegewinnung. Organische Nitrate werden in der Medizin als Herzmedikamente eingesetzt, da sie den Blutdruck senken und die Herzmuskeldurchblutung verbessern. 

Wird jedoch zu viel Nitrat zu Nitrit durch Bakterien (im Boden, auf Pflanzen, im Mund, Magen oder Darm) umgewandelt, hat dies negative Folgen für den Organismus. Neben Fleisch kommt Nitrit in Bier, Fisch, Käse, aber auch im Gemüse vor, da dort Stickstoffdüngemittel einen hohen Wert begünstigen. Ökologisch angebaute Lebensmittel sind fast immer nitritärmer. Zudem ist eine hohe Sonneneinstrahlung bei der Gemüsereifung nitritsenkend. Daher ist im Winter gesetzlich eine höhere Nitrit-Konzentration im Gemüse erlaubt als im Sommer. Nitrit sind an der Bildung des krebserregenden Nitrosamins beteiligt. Es werden deshalb gesetzliche Grenzwerte für Nitrite festgelegt. Nitrosamin, wird durch starkes Erhitzen (Braten, Grillieren, Verbrennen) erzeugt aber auch im Magen, da hier ein begünstigtes, saures Milieu vorliegt. Genügend Antioxidantien bewirkt einen niedrigeren Restnitritgehalt im Endprodukt und unterdrückt die Bildung von krebserregenden Nitrosaminen. Daher wird den Nahrungsmitteln oft Ascorbinsäure (Vitamin C) zugesetzt und in Kosmetikprodukten (Vitamin E). Vitamin C-reiche Quellen sind Hagebutte, Acerola, Zitrusfrüchte, Camu-Camu, Sanddornbeere und die Guave.  

 

Mehr erfahren zu der Acerola Kirsche

 

Nitrit und seine Gefahr für Säuglinge

Besonders Säuglinge (bis zum 6. Lebensmonat) sollten vor Nitrit geschützt werden. Die sogenannte Säuglingsblausucht (Methämoglobinämie) entsteht, wenn das Nitrit die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) blockiert und so eine Erstickung droht. Erste Anzeichen können bläuliche Lippen und eine bläuliche Haut aufgrund des Sauerstoffmangels im Blut des Kindes sein.

 

Nitrosamine

Durch die Erhitzung von gepökelten Lebensmitteln oder der Kombination mit erhitztem Käse entsteht die grösste Menge an Nitrosamin. Im Tabakrauch kommt Nitrosamin ebenfalls vor, sowie in Latex und Kosmetika. Nitrosamin ist in hohen Mengen krebserregend, leber- und erbgutschädigend.

 

Schwefeldioxid

Das Schwefeldioxid trägt die Lebensmittelzusatzstoffnummer E 220 und ist in der EU ebenfalls für "Bio"-Produkte zugelassen. Als Konservierungs-, Desinfektionsmittel und Oxidationsschutz wird Schwefeldioxid in der Lebensmittelindustrie verwendet. Beispielsweise werden getrocknetes Obst, Kartoffelgerichte, Fruchtsäften und Wein geschwefelt. Schwefel ist für den Organismus überlebenswichtig und übernimmt wichtige Funktionen bei der Blutgerinnung, der Energiegewinnung und entgiftet zudem den Körper. Bei Schwefeldioxid handelt es sich jedoch nicht um die Schwefelverbindungen, die natürlich in Lebensmittel vorkommen, sondern um ein giftiges Gas das aus einer chemischen Verbindung mit der schwefeligen Säure H2SO3 hervorgeht. Das Schwefeldixoid ist sehr schlecht für die Darmgesundheit und zerstört im Körper das Vitamin B1 und Vitamin B7, besser bekannt als Biotin.

Ebenfalls im gleichen Kontext ist Natriumsulfit (E221), Natriumdisulfit (E223) und Kaliumdisulfit (E224) zu nennen, die Allergien auslösen können im Bereich der Atemwege wie Asthma, Nies- und Schnupfenanfälligkeit. Weiter kann es zu Kopfschmerzen und Hautausschlägen wie Nesselsucht kommen. Einige Forscher vermuten darüber hinaus, dass einige entzündliche, chronische Darmerkrankungen (Morbus Crohn) mit dem Verzehr von mit schwefelhaltigen Stoffen konservierten Nahrungsmitteln ursächlich in Zusammenhang stehen könnte. Womöglich sind schwefelreduzierende Desulfovibrio-Bakterien im Darm dabei die Ursache für Schäden an der Darmschleimhaut. 

Phosphorsäure

Die Phosphorsäure (E338) und ihre Salzverbindungen Natriumphosphat (E339), Kaliumphosphat (E340), Calciumphosphat (E341) und Diphosphate (E450) kommen in der Lebensmittelindustrie unter anderem als Säureregulatoren, Konservierungsmittel, Antioxidans-, Backtrieb- und Festigungsmittel, Schmelzsalze, Komplexbildner oder Emulgatoren vor. Die Menge in Cola-Getränken ist relativ hoch. Wenn sie regelmässig oder gar täglich getrunken werden, kann es zu Zahnschäden führen und Knochenschwund, da Phosphorsäure ein Kalziumräuber ist. Nierenerkrankungen, Entzündungen und Verkalkungen der Blutgefäße kommen bei Menschen mit hohem Blutphosphatspiegel häufiger vor und das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen steigt. Die zugelassenen Höchstmengen in Lebensmitteln sollen vor einer Überdosierung schützen und gelten deshalb als unbedenklich. Eine absolute Unbedenklichkeitsgarantie geben die Behörden jedoch nicht, da sie nicht über die Verzehrmengen und Gewohnheiten der einzelnen Konsumenten Bescheid wissen.

 

Titandioxid

Mit der Zusatzstoffnummer E171 (CI77891) kommt Titandioxid in vielen Produkten vor. So wird in Zahnpasta, Süssigkeiten, Kaugummis, Saucen, Nahrungsergänzungen und Medikamente in Tablettenform oder Sonnencreme Titandioxid eingesetzt, um dem Produkt eine leuchtende Farbe zu geben. Titandioxid dient nämlich als Farbaufheller. Die darin enthaltenen Nanopartikel haben die Fähigkeit in organische Zellen einzudringen und führen so zu Entzündungen. Es ist hier nicht auszuschliessen, dass es in einem weiteren Stadium zu Krebs führt, da sich das Titandioxid im Körper anreichert und nicht sehr schnell abgebaut wird. Bei einer französischen Studie des Nationalen Instituts für Agrarforschung wurden 100 Ratten auf die Nebenwirkungen von Titandioxid untersucht. Dabei wurden die Mengen im Verhältnis verabreicht, wie es ein Mensch täglich zu sich nimmt. Bei der oralen Aufnahme entstanden gutartige Tumore. Der Nutzen im Vergleich zu den Nebenwirkungen steht wohl in keinem Verhältnis. Schauen Sie bei der Verpackung auf diesen Inhaltsstoff und vermeiden sie diese Produkte, wenn möglich.

 

Tartrazin

Tartrazin (E102) ist ein äusserst bedenklicher gelber Farbstoff, der Allergien auslösen kann. Er kann zu Hautausschlägen, Hautflecken, Heuschnupfen, Atemschwierigkeiten und verschwommenem Sehen führen. Bei Kindern kann es zu Aufmerksamkeitsschwäche kommen und Hyperaktivität fördern. Eingesetzt wird Tartrazin in Kosmetika, Arzneimitteln und Lebensmitteln wie Käserinden, Kunstdärmen, Liköre, Spirituosen, Weine, nicht alkoholische Getränke, Brausen und Brausepulver, Backwaren, Süßwaren, Knabberartikel, Puddingpulver, Dessertspeisen, Senf, Schmelzkäse, Fisch- und Krebspasten, in Wasabi-Imitat und als Farblack für Dragees. 

Nicht unproblematischer ist der Farbstoff Gelborange S (E110), der ähnlichen Nebenwirkungen verursacht und in Arzneimitteln, Asia-Reis, Götterspeise, Lachsersatz, Aperol und Fruchtgummis zum Einsatz kommt.  

 

Karmin

Karmin (E120) ist ein roter Farbstoff, der aus trächtigen Cochenilleschildläusen gewonnen wird und in konzentrierter Form mittels giftiger Schwefelsäure beim Aufkochen gewonnen wird. Neben dem eher unbedenklichen Einsatz in Textilien, sofern Karmin nicht eingeatmet wird und Asthma auslöst, kommt Karmin auch in Lebensmitteln vor. Bei der oralen Einnahme kann es zu Immunreaktionen kommen mit allergischen Reaktionen. Karmin kommt in gefärbten Getränken und Süssigkeiten vor.   

Nicht unproblematischer ist der rote Farbstoff Cochenillerot A (E124), der jedoch preisgünstiger ist als Karmin. Aufgrund des tieferen Preises ist Cochenillerot A weiter verbreitet und wird in Aperol, kandierten Früchten, Schaumwaffeln, Fruchtgummis, Götterspeise, Medikamenten wie ACE-Hemmer und gefärbten Tabletten verwendet. 

Ein weiterer bedenklicher roter Farbstoff ist Amaranth (E123), der ebenfalls in Spirituosen, Aperitifweinen und für die Fischroggenfärbung verwendet wird. Neben Asthma, Allergien und Hautproblemen zeigen Tierversuche erbgutschädigende Eigenschaften und kann somit Krebs erzeugen.  

 

Fluorid

Das chemische Element Fluor, ist ein Gas, das in geringsten Mengen giftig ist. Es kommt in der Natur jedoch nicht als Gas vor, sondern verbindet sich mit Salzen, zu Fluoriden. Fluoride sind in etwas höheren Dosierungen ebenfalls sehr giftig.

Das Calciumfluorid ist ein häufig vorkommendes Mineral, das als würfelförmiger Kristall in Erscheinung tritt. In Verbindung mit Schwefelsäure, setzt es hochgiftigen Fluorwasserstoff frei. Andere Fluorverbindungen, wie die Fluoressigsäure findet ihre Anwendung bei der Bekämpfung von Nagetieren und kommt als chemischer Kampfstoff in Betracht. Weiter werden Fluorverbindungen gegen Insekten, Pilze und Pflanzen eingesetzt und für Medikamente, Kunststoffe und für die Uran-Anreicherung benötigt. Fluoride drosseln im Körper die Schilddrüsenfunktion, weshalb sie früher medikamentös bei Schilddrüsenüberfunktion zum Einsatz kamen. Die Schilddrüse produziert Hormone, die für den Stoffwechsel benötigt werden, Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System ausüben und die Funktion von Muskulatur, Nerven, Magen und Darm beeinflussen.

 

Fluoride in Lebensmittel und Zahnpasta

In Zahnpasta werden oft Fluoride mit Natriumphosphat, Natrium-, Zinn- oder Aminverbindungen verwendet um Karies vorzubeugen. Wie alle Fluoride wirken sie antibakteriell und sollen dabei den Zahnschmelz stärken. Das Natriumfluorophosphat wird zudem bei der Fluoridierung von Trinkwasser verwendet. Das Kaliumfluorid und Natriumfluorid findet seine Anwendung im Speisesalz. Die aufgezählten Formen sind gut wasserlöslich und werden von unserem Körper aufgenommen. Zahnpasta haben den Sicherheitshinweis «nicht schlucken» auf der Verpackung und das nicht ohne Grund. Über die Mundschleimhaut wird Fluorid jedoch ebenfalls aufgenommen, ohne es zu schlucken. Fluorid findet sich auch in sehr geringen Mengen in Schwarz- und Grüntee, Gemüse, Wallnüssen, Fleisch, Fisch, Milch oder in Mineralwässern. Einige Ärzte und Wissenschaftler warnen vor einem Fluoridmangel, der zu Osteoporose und Arterienverkalkung führen könne. Aus diesen Gründen wird heute noch Salz zusätzlich fluoridiert.

 

Fluorid aus der natürlichen Nahrung ausreichend?

Fluorid findet sich in geringen Mengen in Zähnen und Knochen. Das führt für viele zur Annahme, dass es zu den essentiellen Spurenelementen zählen müsse und uns einen gesundheitlichen Vorteil verschaffe. Selbst die WHO legt bis heute keinen Wert für eine tägliche Zufuhr fest. Um Mangelerscheinungen und die Kariesprobleme in den USA durch den zunehmenden Zuckerkonsum zu bekämpfen und die Zahnmedizin in Deutschland nach Ende des zweiten Weltkriegs wieder in Schwung zu bringen, setzte man auf Fluorid. Fluorid hilft zwar gegen Karies, jedoch erreicht man einen ausreichenden Schutz auch mit fluoridfreier Zahncreme. Zu hohe Mengen Fluorid führen zudem zu einer Zahnfluorose. Diese zeigt sich mit Flecken auf den Zähnen und ist zudem schädlich für die Zahnschmelzoberfläche. Zahnpasta für Erwachsene hat einen Fluoridgehalt von 1 mg bis 1.5 mg pro 1 Gramm Zahnpasta. Fluoridiertes Salz liefert 0.25 mg pro 1 Gramm Salz. Mineralwasser 0.2 - 1.5 mg pro Liter.

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für einen erwachsenen Mann 3.8 mg und für eine erwachsene Frau 3.1 mg Fluorid pro Tag.

Beispiel mit Durchschnittswerten pro Tag:

Menge FluoridgehaltTotal
Fluoridiertes Salz9 g*0.25 mg/g2.25mg
Mineralwasser 2 l0.85 mg/l1.7mg
Zähneputzen (Annahme: 10% Mundschleimhautresorption**)3x 0.5 g1.25 mg /g0.19mg
 Natürliche Lebensmittel***0.45mg
Total4.59mg

*Nach der schweizerischen Herzstiftung konsumiert der Durchschnittsschweizer 9 Gramm Salz am Tag.
**Bei Partikelgrössen von 100-400 nm werden 75% über die Schleimhaut resorbiert. Grösser als 400mg ist die Resorption sehr gering. J. Reinecke et. al., Unique insights into the intestinal absorption, transit and subsequent biodistribution of polymer-derived microspheres., PNAS USA, August 20, 2013, Vol 110, No. 34, 13803-13808. 
***Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin  (2002;  "Die Fluoridgehalte von Lebensmitteln sind gering; - die Gesamtaufnahme aus Lebensmitteln in Deutschland beträgt bei Erwachsenen etwa 0,4 bis 0,5 mg pro Tag.[ ]")

Die empfohlene Menge wird im Beispiel mit fluoridhaltigem Salz, Mineralwasser und Zahnpasta bereits überschritten. Wobei es bis heute keine eindeutigen Studien gibt, die überhaupt die empfohlene Tagesmenge stützt. Bei einem 70 kg schweren Menschen lassen sich ca. 5 Gramm Fluoride im Körper feststellen. Grösstenteils in Knochen und Zähnen.

Nebenwirkungen von Fluorid

Die Dosis macht bekanntlich das Gift. Bei Fluorid braucht es nicht viel. Einmalige Überdosierungen führen zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kribbeln in den Händen und Taubheit der Haut. Wird über längere Zeit eine überhöhte Dosis an Fluorid zugefügt, kommt es zu Problemen im Magen-Darm-Trakt, der Lunge und anderen Organen. Man spricht auch von einer chronischen Fluorose. Weiter kann es zu Versteifungen der Gelenke führen, wenn länger chronisch überdosiert wird (10mg pro Tag über ca. 10 Jahre). Die Fluoride stören den Kalziumstoffwechsel und hemmen Teile des Enzymsystems und der Proteinsynthese. Laut einer klinischen Studie aus dem Jahr 1958 von Dr. Pierre M. Galletti, und Gustave Joyet reichen bereits 2 bis 5 mg Fluorid, um die Schilddrüsenfunktion zu senken, da Fluorid die Jodaufnahme in der Schilddrüse verhindert. Ab 5 mg Natriumfluorid pro kg-Körpergewicht kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen kommen. Das entspricht bei einer 60kg schweren Frau einer Fluoridmenge von 300 mg. Natriumfluorid bindet an alle eisenhaltigen Enzyme und blockiert sie somit. Dadurch kommt es zu Stoffwechselstörungen in den Mitochondrien, Schädigung der DNA, Hirnleistungsstörungen und Störung der Blutgefässweite. Enzyme sind lebensnotwendige Verbindungsstücke im ganzen Organismus.

Mehr erfahren - Enzyme

Studien aus China haben zudem den IQ von Kindern verglichen, die in Regionen aufgewachsen sind mit niedrigen oder hohen Fluoridmengen im Wasser. Dabei wiesen die Kinder, die weniger Fluorid über das Trinkwasser zu sich nahmen einen höheren IQ-Wert auf. Eine mexikanische Studie aus dem Jahr 2016 kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Eine Studie aus Neuseeland konnte keinen Unterschied feststellen. Dr. Dean Burk† vom National Cancer Institut sagte: "Fluoride haben mehr Krebstote verursacht und das schneller als jede andere Chemikalie".

 

Pestizide

Pestizide stehen heute oft als Überbegriff für Pilzbekämpfungsmittel, sogenannte Fungizide, für Herbizide, die Unkraut vernichten. Pestizide zusammen mit Insektiziden bekämpfen im eigentlichen Sinne tierische Schädlinge. Die Pestizide sollen die Ernten von Nutzpflanzen schützen. In der Wissenschaft und der öffentlichen Debatte werden Pestizide kontrovers diskutiert, da die Gefahr im Verhältnis zum Nutzen für den Menschen und seine Umwelt nicht abschliessend geklärt ist. Wenn jedoch die Pestizide in der Natur vorkommende Kleinstlebewesen und Mikroorganismen töten, dann tun sie das über kurz oder lang auch mit unseren Mikroorganismen, die wir jedoch für unsere Gesundheit benötigen. Schützende Mikroorganismen kommen hauptsächlich in der Mund- und Sinusflora (Stirnhöhle) und im Dickdarm und Mastdarm vor.   

 

Glyphosat, das wohl berühmteste Herbizid

Als das vorzeige Diskussionspflanzenschutzmittel wird Glyphosat (Roundup) fast für jede Studie herangezogen. Glyphosat ist ein Breitbandherbizid, das bestimmte gentechnisch veränderte Pflanzen nicht angreift, sondern "nur" fast alle anderen Pflanzen. Der Mechanismus von Glyphosat ist die Blockade von bestimmten Aminosäuren, die für das Wachstum von Pflanzen essentiell sind. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat werden heute in hunderten Studien angesprochen, teils widersprüchlich. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hat mehr als 1000 Studien ausgewertet und kommt zum Schluss Glyphosat sei "wahrscheinlich nicht krebserregend". Die Firma Bayer, die Glyphosat vertreibt, ist dennoch mit ungefähr 13'000 Klagen konfrontiert, worin es u.a. auch um mögliche Krebsfolgen durch Glyphosat geht.

Mehr erfahren unter - Ökologische Belastung durch industrielle Landwirtschaft

 

Gefahr für 2. und 3. Generation durch Glyphosat und andere Umweltgifte?

Eine spannende Studie liefert der Biologe Michael Skinner aus den USA. Trächtigen Ratten wurde Glyphosat zwischen dem 8. und 14. Tag täglich in den Bauchraum injiziert. Gleichzeitig wurde eine Gruppe ohne Glyphosat-Injektionen aufgezogen. Nach einem Jahr wurden die Ratten zu Untersuchungszwecken getötet. Bei den Untersuchungen beider Gruppen konnten keine gesundheitlichen Schäden festgestellt werden. Somit widerspiegelt die Studie auf dieser Stufe gängige Ergebnisse von anderen Forschern und die Standpunkte der meisten Behörden. Was vom Team von Michael Skinner nun noch untersucht wurde sind die Auswirkungen auf die Folgegenerationen. Bei Enkeln und Urenkeln der Tiere  (2. und 3. Generation) kam es zu einem Anstieg von Krankheiten im Bereich der Hoden, Eierstöcke, Brustdrüsen und zum Anstieg von Fettleibigkeit. Bei der 2. Generation gab es Komplikationen beim Geburtsverlauf, di mehr als jede dritte trächtige Ratte betraf. Die meisten  dieser Tiere starben. Gegenüber der Kontrollgruppe litt die 3. Generation der Ratten signifikant häufiger an Prostata- und Nierenveränderungen. Die Forscher glauben, dass die Ursache im Bereich der Epigenetik liegt. Die DNA selbst wird nicht verändert, jedoch werden die Aktivitäten bestimmter Genabschnitte verändert, die wie An- oder Ausschalter funktionieren. Umwelteinflüsse können dabei diese Schalter beeinflussen und können dabei auf Folgegenerationen übertragen werden. Bisher gibt es nur wenig Forschung bei Folgegenerationen, die in Berührung mit Glyphosat oder anderen Umwelttoxinen kamen.

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