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Thermische Lebensmittel nach TCM

Aktualisiert: 25.05.2021

In diesem Artikel erfahren wir, dass Lebensmittel einen thermischen Effekt auf unseren Stoffwechsel ausüben und so den Energielevel positiv oder negativ beeinflussen. In der traditionell chinesischen Medizin (TCM) spielt dies eine wichtige Rolle für die Behandlung von Krankheiten. Unser Stoffwechsel ist auf eine konstante Körpertemperatur angewiesen, damit sämtliche Prozesse reibungslos ablaufen. Nahrungsmittel sind ein Teil unserer Medizin, wenn sie weise gewählt und massvoll konsumiert werden. Saisonale Lebensmittel können energieeffizienter angebaut werden, liefern zusätzlich einen höheren Nährstoffegehalt und helfen unserem Organismus aufgrund des thermischen Effekts.

 

 

Thermische Lebensmittel nutzen

Einen deutlichen thermischen Effekte von Lebensmittel auf unseren Körper merken wir, wenn wir etwa eine Chilischote essen. Ob der Chili gekocht oder ungekocht serviert wird, körperlich werden wir die Wärme spüren. Es kann zu Hitzewallung und Schweissausbruch kommen, auch kann die Nase verstärkt Schleim ausscheiden.

Der Schwerpunkt der gezielten thermischen Ernährung liegt auf der Körpermitte. Die thermische Ernährung stärkt die Verdauung (Magen, Bauchspeicheldrüse und Darm) und die Milz. Die Milz (gehört zum lymphatischen System) spielt eine wichtige Rolle beim Immunsystem, da sie die Lymphozyten vermehrt, die zu den weissen Blutkörperchen gehören. Die Milz speichert Monozyten, die ebenfalls zu den weissen Blutkörperchen gehören und körperfremde Strukturen in ihre Einzelteile zersetzen. Weiter ist die Milz dazu da überalterte und geschädigte rote Blutkörperchen auszusondern und hilft damit bei der Entgiftung.

"Wärme unterstützt die Verdauung"

Gekochte Nahrungsmittel unterstützen die Verdauung, da der Verdauungsvorgang und der ganze Stoffwechsel auf Wärme angewiesen ist.

Wer zum Essen etwas trinken möchte, der sollte warme bis heisse Getränke bevorzugen, um das Verdauungsfeuer nicht zu schwächen. Es ist dennoch besser zum Essen nichts zu trinken, damit die Verdauungssäfte nicht verdünnt werden. Tipp: 20 Minuten vor einer Mahlzeit trinken oder dann 60 Minuten nach dem Essen.

 

 

“Das Geheimnis eines langen und glücklichen Lebens: Iss die hälfte, gehe doppelt so viel zu Fuss, lach dreimal so viel und liebe grenzenlos …” Sprichwort aus Tibet

Yin und Yang in der Thermik

Yin und Yang aus der chinesischen Philosophie und Weltanschaung des Daoismus spielt in der TCM eine entscheidende Rolle.

«Yin» wird der Weiblichkeit zugeordnet. "Yin" wirkt kühlend und befeuchtend. Das Element Wasser wird dem Yin zugeordnet. Yin-Lebensmittel haben einen grossen Wasseranteil wie Früchte bzw. sie leben im Element Wasser wie z.B. Krabben oder Enten. Eine zu hohe Yin-Energie (Disbalance) kann zu tiefem Blutdruck führen, blassem Gesicht, schneller Ermüdung, frieren und Verdauungsproblemen.

"Yang" steht für die Männlichkeit und die Wärme (Feuer). Je spritziger und dynamischer ein Tier ist, desto stärker wird es dem Yang zugeordnet und wärmt den Organismus. So ist das Fleisch von Wild wärmender als jenes vom Schwein. Stark erwärmende Gewürze sind Chilli, Ingwer und Knoblauch. Eine zu hohe Yang-Energie (Disbalance) kann zu Bluthochdruck, rötlichem Gesicht, leichter Erregbarkeit, Schlafprobleme, schwitzen und Verstopfung führen.

Männer schwitzen stärker und sind hitziger als Frauen und sollten zum harmonischen Ausgleich ihrer Yang-Energie kühlende Lebensmittel konsumieren (z.B. Salat, Gurken, Tomaten etc.). Yin und Yang bildet eine Einheit. Für die Aufrechterhaltung der Gesundheit sind beide Teile unentbehrlich.

Lebensmittel können durch kochen, braten und backen oder Gewürze, Alkohole (Rotwein etc.) in der wärmenden Yang-Energie erhöht werden. Wer oft kalt hat, sollte die Lebensmittel also erwärmen. Umgekehrt wer das Lebensmittel in Wasser einlegt, blanchiert, einfriert, mit Salz pökelt oder eine Sojasauce verwenden, macht das Lebensmittel kühler.

Anstatt im Winter kühlende Früchte zu essen, die die Energie des Körpers senken, kann auch für die Versorgung von Vitamin C erhitztes Sauerkraut gegessen werden, Hagebuttetee getrunken oder mit einem Nahrungsergänzungsmittel die Vitamin C Versorgung aufrechterhalten werden. Werden dennoch kühlende Früchte (Yin) gegessen, kann z.B. in Kombi mit Zimt oder Ingwer das Yang erhöht werden.

 

 

 

Unterscheidung in 5 Temperaturstufen

Das TCM unterscheidet Lebensmittel in fünf unterschiedliche Temperaturstufen:

  • Kalt
  • Kühl, erfrischend
  • Neutral
  • Warm
  • Heiss

Durch die Vermischung mit anderen Lebensmitteln und Gewürzen, kann das Lebensmittel thermisch in die eine oder andere Richtung angepasst werden.

Der Hauptbestandteil unserer Ernährung sollte im "neutralen"-thermischen Bereich liegen und die konsumierten Lebensmittel zu über 80% - 90% aus saisonalen Lebensmitteln bestehen. Saisonale Lebensmittel sind nicht nur nährstoffreicher, sondern sind dem Jahreszeitenklima angepasst. Sie geben uns zu jeder Jahreszeit genau das, was unserer Körper zu dieser Zeit benötigt. Wer im Winter dennoch sehr aktiv ist, obwohl die Fülle an frischen Produkten am Markt abnehmen, dem dienen Nahrungsergänzungsmittel, um einem möglichen Mangel vorzubeugen.

Im Winter wird z.B. intuitiv hitzende Nahrung gegessen (Fleisch, Schimmelkäse, Knoblauch, Alkohole) und im Hochsommer kühlende Nahrung wie wasserhaltige Früchte z.B. Melonen, Erdbeeren, Zitrusfrüchte. Dennoch sollte auch hier die Ernährung grösstenteils auf neutralen Lebensmittel liegen, damit die kühlenden und hitzigen Lebensmittel ihre eigentliche Funktion für die Körperbalance waren können. Aussentemperatur kalt, deshalb innen wärmen. Aussen heiss, von innen kühlen.

 

 

 

Liste von Nahrungsmitteln eingeteilt nach dem thermischen Effekt

Kalt bis kühlende Lebensmittel
Tomate, Gurke, Sojasauce,  Ananas, Wassermelone, Kiwi, Zitrone, Mango, Bananen, Aubergine, Peperoni, Spargeln, Zucchini, Chicorée, Kopfsalat, Löwenzahn, Ruccola, Radieschen, Champignons, Oliven, Krabben, Krebs, Ente, Austern, Tintenfisch, Salz, Mineralwasser, Weißer Zucker, grüner Tee, alkoholfreies Bier

 

Früchte-/Kräutertees, gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Buttermilch, Frischkäse, Quark, Sauermilch, Sauerrahm), Weizen, Spinat, Couscous, Buchweizen, Roggen, Gerste Tofu, Obst, alkoholhaltiges Bier, Weißwein, Sauerkraut, Minze, Salbei, Estragon, Algen, Salbei, Grüntee, Apfelsaft, Sekt, Olivenöl, Leinöl, Sesamöl, Sonnenblumenöl

 

Neutrale Lebensmittel
Karotten, alle Kohlsorten, Kartoffeln, Cashewkerne, Erdnuss, Haselnuss, Kürbiskerne, Mandel, Pistazie, Sesam, Sonnenblumenkerne, Samen, Kalb- und Rindfleisch, Eier, Butter, Milch (Butter, Hartkäse, Kuhmilch, Rahm) und Weintrauben, tierische Fette, Getreide (Bulgur, Dinkel, Roggen, Amaranth, Hirse, Mais), Hülsenfrüchte (Linsen, Sojabohnen, Kichererbsen), Reis, Barsch, Forelle, Heilbutt, Lachs, Pute, Poulet, Wachtel, Schweinefleisch, Gans, Paprika, Zucchini, Brokkoli, getrocknete Datteln und Pflaumen, Feigen (getrocknet und frisch), Brombeere, Himbeere, Safran, Miso, Honig, Vollrohrzucker, Hagebuttentee, Schwarztee, Traubensaft

 

Warm bis erhitzende Lebensmittel
Garnelen, Thunfisch, Hühnerfleisch, geräuchertes Fleisch, gegrilltes Fleisch, Lammfleisch, würziger Käse (Schimmelkäse, Parmesan, Schaf- und Ziegenkäse, Ziegenmilch), Rosenkohl, Fenchel, Süsskartoffel, Kürbis, Zwiebeln, Meerrettich, Frühlingszwiebeln, Lauch, Granatapfel, Aprikosen, Kirschen, Pfirsich, Rosinen, Quinoa, Hafer, Kokosnuss, Pinienkerne, Walnuss
Pfeffer, Chili, Curry- und Paprikapulver, Ingwer, Knoblauch, Petersilie, Basilikum, Bohnenkraut, Kurkuma, Kardamom, Koriander, Muskat, Zitronengras, Nelke, Sternanis, Mohn, Oregano, Rosmarin, Thymian, Wacholderbeere, Fenchelsamen, Vanille, Zimt, Piment, Essig, Kaffee, Kakao, Kirschsaft, Glühwein, Rotwein, hochprozentiger Alkohol, Yogi-Tees, Fencheltee

 

 

“Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche nicht durch die Apotheke” Sebastian Kneipp - Priester & Naturheilkundler

 

Grundregeln der traditionellen chinesischen Ernährung

1.Regelmäßig essen zu festen Zeiten in ruhiger, entspannter Umgebung: Wärmendes Frühstück, Hauptmahlzeit am Mittag – dann ist Yang am Stärksten (Element Feuer), frühe Abendmahlzeit.
2.Hunger- und Sättigungsgefühl beachten, nicht überessen, nicht hungrig vom Tisch aufstehen.
3.Speisen frisch zubereiten aus naturbelassenen, regionalen Produkten. Keine tiefgekühlten, hitzekonservierten, industriell vorgefertigten oder im Mikrowellengerät gegarten Lebensmittel.
4.Lebensmittel nach Jahreszeit und Witterung auswählen, im Sommer mehr Yin (erfrischend/kühlend), im Winter mehr Yang (energiereich, wärmend).
5.Mindestens zweimal am Tag Gekochtes essen. Speisen und Getränke sollen handwarm sein. Eiskaltes und sehr Heißes schwächen das Magen- und Milz-Qi und beeinträchtigen so die Verdauung.
6.Getreidegerichte bei schwacher Hitze über mehrere Stunden kochen. Rohkost und kurz gegartes Gemüse oder Obst schwächen das Magen-Qi.
7.Lebensmittel nach thermischer Wirkung und Geschmack auswählen. In einer Mahlzeit sollen alle fünf Geschmacksrichtungen vertreten sein.
8.Bei der Lebensmittelauswahl Konstitutionstyp (Yin oder Yang Ausprägung) berücksichtigen.
9.Nahrungsgrundlage ist Vollgetreide (ca. 50 % der Nahrung), dazu Gemüse einschliesslich Hülsenfrüchte, auch gekeimt, mit reichlich Kräutern und Gewürzen. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Eier ergänzen die Mahlzeit, Milch(-produkte) nach Verträglichkeit.
10.Getränke: Wärmend wirken Gewürztees mit Ingwer, Zimt, Fenchel und Getreidekaffee. Pfefferminztee, schwarzer und grüner Tee wirken kühlend. Alkohol und Bohnenkaffee erhitzen sehr stark (Yang); sie bedürfen des Ausgleichs. Frisch gepresste Säfte und Mineralwasser wirken stark kühlend, sie werden üblicherweise nicht empfohlen. Im Mittelpunkt der chinesischen Ernährung steht der harmonische Ausgleich zwischen wärmenden und erfrischenden Speisen und Getränken.

Quelle: Alternative Ernährung / Karin Schiele, Heilbronn: Ernährungs-Umschau 54 (2007) Heft 2

 

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