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Was ist ein Probiotika und was ist ein Präbiotika?

Aktualisiert: 10.08.2020

Unter einem Probiotika oder auch als Probiotikum bezeichnet, versteht man eine oral zu verabreichende Zubereitung mit lebenden Mikroorganismen. Die Darmflora wird mittels Probiotikum so beeinflusst, damit durch das richtige Verhältnis der im Darm vorkommenden, nützlichen Bakterien ein positiver Effekt auf den Organismus entsteht.

Neben den für unsere Verdauung positiven Bakterien gibt es eine Vielzahl von neutralen bzw. opportunistischen Bakterien und Pilzen, die sich für die Seite entscheiden, die in der Überzahl ist. Von den Mikroorganismen in unserem Darm sind etwa 10-20 Prozent nützliche Bakterien, 20-30 Prozent schädliche Bakterien, die toxische Gase produzieren und die übrigen werden wissenschaftlich als neutrale Bakterien angesehen.

Wer regelmässig über die Ernährung und mit Probiotika gute Bakterien zufügt und sich ballaststoffreich ernährt, senkt das Risiko einer Verschiebung des Gleichgewichts zu pathogenen (=krankmachenden) Keimen. Als besonders effiziente und gesundheitsfördernde Bakterien haben sich diverse Milchsäurebakterien, sogenannte Laktobazillen und Bifidobakterien erwiesen und einzelne aus der Familie der Enterococcus. Eine Ansiedelung dieser Bakterien ist sinnvoll, da sie einen leicht sauren Darminhalt erzeugen und Krankheitserreger vom Wachstum abhalten.

Langfristige Gesundheit bedeutet nicht, alle schädlichen Bakterien im Verdauungstrakt zu vernichten, wie dies beispielsweise viele Antibiotika machen. Antibiotika können nämlich nicht gezielt zwischen nützlichen und krankmachenden Bakterien unterscheiden. Vielmehr sollte das Ziel sein, die neutralen Bakterien davon abzuhalten schädlich zu werden. Wird die Darmflora in Schuss gehalten, entstehen Krankheiten viel seltener und das Antibiotikum bleibt so ein Medikament für den Ernstfall. Eine gesunde Darmflora hilft vorbeugend vor Infektionen, Allergien, Asthma und fördert ein gesundes Hautbild.

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Was ist ein Präbiotika?

Als Präbiotika werden Nährstoffe wie z.B. Inulin (ein Gemisch aus Vielfachzuckern) oder Oligosaccharide bezeichnet, die für den Menschen unverdauliche Nahrungsbestandteile darstellen, jedoch den Mikroorganismen im Darm als Nahrung dienen. In Chicorée, Zwiebeln, Artischocken, Tomaten, Lauch oder der Topinambur-Knolle kommen diese präbiotischen Bestandteile (bezeichnet als Ballaststoffe oder Nahrungsfasern) in grösserem Masse vor. Mit den Ballaststoffen wird gezielt das Wachstum von mehreren vorteilhaften Bakterienarten im Dickdarm gefördert. Durch die richtige Fütterung der Darmbakterien wird z.B. das Neurohormon Peptid YY vermehrt produziert, was den Appetit reduziert und bei Gewichtsproblemen helfen kann.

Weiter produziert eine gesunde Darmflora die wichtige Buttersäure, womit die Darmwand dick und stabil bleibt. Die Bakterien brauchen dafür jedoch genügend Ballaststoffe. Die Buttersäure ist eine kurzkettige Fettsäure, die für den Stoffwechsel der Darmschleimhaut benötigt wird und für die Regeneration und Bildung von Blutgefässen an der Darmwand entscheidend ist. Wenn der Buttersäurespiegel absinkt, bilden sich die Darmzotten zurück, und die Darmschleimhaut kann sich krankhaft verändern.

Wird ein Probiotika mit einem Präbiotika kombiniert, spricht man von einem Symbiotikum. Eine solche Kombination ist sehr effektiv dabei die Darmflora schnell und gezielt aufzubauen und langfristig zu stärken. Die Menge an Ballaststoffen ist jedoch entscheidend und sollte pro Portion bei 3-6 Gramm liegen.

Ein gutes Präbiotika liefert möglichst die ganzen Bestandteile einer nahrungsfaserreichen Pflanze mit all ihren Makro- und Mikronährstoffen, da diese die Verdauung zusätzlich unterstützen und den Körper mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen versorgen. Achten Sie bei Präbiotika mit resistenter Maisstärke auf die Herkunft des Mais, damit dieser nicht aus gentechnisch veränderter Quelle stammt.

 

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